GRIECHENLAND IM UMBRUCH – UND BALD UNABHÄNGIG?

Ein Traum, der nicht geträumt werden darf/kann/soll …


Bereits 2010 hatte ich drei UTOPISCHE Vorschläge gemacht, die meiner Meinung nach Grundlage dafür wären, Griechenland zum ersten Mal in seiner Geschichte eine nationale Unabhängigkeit zu ermöglichen:

1) Griechenland verlässt die Euro-Zone und kehrt zur Drachme zurück.
Baut eine mächtige Steuerbehörde auf nach dem Vorbild der USA (inkl. aller diesbezüglichen Steuergesetze) und ermöglicht erstmals die Arbeit einer unabhängigen Staatsanwaltschaft. Kopplung der Steuerpflicht an die Staatsangehörigkeit, wie in den USA.

2) Erklärung eines neutralen Status’ wie ihn die Schweiz, Schweden oder Österreich haben, um aus der NATO austreten zu können (dadurch signifikante Senkung der Militärausgaben sowie die Möglichkeit, Punkt 3 zu realisieren)

3) neben der EU-Mitgliedschaft Aufbau einer strategisch engen Zusammenarbeit und späteren „Konföderation“ mit der Türkei und Israel

Ein jüdischer, ein säkularisiert-islamischer und ein christlicher Staat gemeinsam in einer „Konföderation“ nach skandinavischem Muster – das ist eine Vision, die eine völlig neue Perspektive eröffnet, sowohl wirtschaftlich, kulturell, aber vor allem auch politisch und spirituell. „On the way“ dahin müssten wir gemeinsam (als Voraussetzung) das Zypernproblem und das Palästina-Problem lösen, um später diese beiden Länder in die Konföderation mit einzubeziehen.
Die Koalition sollte allen drei Ländern helfen, ihre nationale Souveränität zurück zu erlangen bzw. effektiver verteidigen zu können, vor allem aber ihre politisch-militärische Unabhängigkeit von den USA. Auch aus diesem Grund sollte Griechenland aus der NATO austreten und einen neutralen und pazifistischen Status einnehmen, der auch in der Verfassung verankert werden müsste. Israel würde eine solche Koalition helfen, seine Isolation in der Region zu überwinden, die Türkei würde noch viel mehr als Brücke zwischen Orient und Okzident fungieren und seine diesbezügliche Vermittlerrolle ausbauen, und Griechenland hätte vollkommen neue wirtschaftliche und kulturelle Perspektiven und die Chance, zum ersten Mal in seiner Geschichte unabhängig zu werden. Außerdem würde es dadurch eine gewichtigere außenpolitische Rolle in der EU spielen und zur EU-Integration beitragen.
Eine enge strategische Zusammenarbeit und spätere Konföderation mit der Türkei und Israel wäre nicht nur für Griechenland, sondern für alle drei Länder ein Segen. Unter anderem gäbe es dann für Griechenland keine Notwendigkeit mehr, deutsche, französische und amerikanische Waffen für Milliarden Euro zu kaufen, sondern Griechenland könnte das Geld in gemeinsame Wirtschafts- und Forschungs-Institute, in Hightech- und Energie-Technologie etc. und in multinationale Tourismus-Projekte investieren, und die drei Länder könnten gemeinsam endlich die Bodenschätze und Rohstoffe (z.B. die im Mittelmeer-Gebiet brach liegenden) verwerten.
Alle drei Länder stehen in gewisser Weise isoliert da, sind aber Nachbarn, haben eine verwandte Mentalität, eine gemeinsame Vergangenheit, ähnliche Landschaften und das Mittelmeer.
Ich weiß, das alles klingt utopisch – aber diese Vision ist einfach zu schön, als dass sie nicht geäußert werden sollte.

Bis jetzt lagen die Geschicke Griechenlands in den Händen von Politikern, die weder fähig noch aus unterschiedlichen Gründen willens waren, politisch und wirtschaftlich griechische Interessen zu verfolgen und durchzusetzen, wie es zum Beispiel ein Recep Tayyip Erdogan in der Türkei, eine Angela Merkel in Deutschland, ein Hugo Chavez in Venezuela oder ein Benjamin Netanjahu in Israel getan haben.

Ich bin der Meinung, dass die Anerkennung unserer Zahlungsunfähigkeit – also unsere Bankrotterklärung – und die Rückkehr zur Drachme eine Möglichkeit für einen Neuanfang wären. Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb … den Weg durch das Tal der Tränen muss Griechenland ohnehin weiter gehen. Ich würde es aber dabei gern in seiner Selbstbestimmtheit erleben … und weiß in dem Augenblick, in dem ich es äußere, was das für eine Illusion ist … und was für ein Traum, der nicht geträumt werden darf und von dem womöglich keine Rede sein sollte. Aber ich als Autor und Filmemacher darf das und MUSS es tun.

November 2010/Januar 2015