FERROPOLIS – THE CITY OF STEEL
OPENING CELEBRATION, JULY 16TH 2000
MUSIC COMPOSED AND PERFORMED BY MIKIS THEODORAKIS
Art Director, Light & Pyro Design Gert Hof
Produced by Asteris Koutoulas for the Expo 2000 Sachsen-Anhalt GmbH & the Government of Sachsen-Anhalt
Technical Director Gerd Helinski
Programming & Operator Stephan Aue
Programming Pyro & Fireworks Hans-Georg Kehse
Pyro & Fireworks Pyro-Art Feuerwerke GmbH Berlin
Light Equipment & Balloons Helicon GmbH Berlin
Space Cannon Light Equipment Procon MultiMedia AG


Ferropolis, Gert and Mikis: The best possible combination. This city of iron, this tiny island within a huge landscape torn apart by gigantic diggers, perfectly reflected the aesthetic and philosophical background of Theodorakis and Hof. On our first visit Gert was absorbed by Ferropolis, it was like an addiction that kept drawing him back to prepare the event. Here he had found something he had not experienced during the other events: He felt at home. Rusty monsters of steel, ubiquitous traces of hard human labour, the location's East German history, an all-pervasive melancholy, the fleeting loneliness - in July 2000 landscape, music and light formed an unrivalled unity.

© Asteris Kutulas


It was an amazing sight after so many years of walking around in muddy boots to suddenly see FERROPOLIS come to life with 15,000 people in the auditorium, eating and drinking and enjoying the stirring and beautiful music of MikisTheodorakis with fantastic lights and fireworks designed by Gert Hof dotted around in all the ÒbuildingsÓ of the City of Steel! In the Millennium year, the hinge point to the future, FERROPOLIS was truly living city at last!

© Jonathan Park, 2001


When I first saw the setting of Ferropolis, two things immediately entered my mind: first of all the immense and strenuous efforts of the people who used to work here. Nowadays, of course, there is nothing but a bare and barren landscape. Nevertheless it is easy to imagine the thousands of people who used to operate these gigantic machines. The second thing I noticed was the gaping wounds in the soil, scarring slowly. And rearing up above these scars the monsters of the past, reminiscent of prehistoric ogres. To me it seemed as if these monsters, as if history itself had turned into ice. I liked the idea of the Ferropolis concert taking place in the heart of Europe, in Germany, a country torn apart by the vast dichotomies of our epoch: on the one hand huge economic and technological progress, on the other the ghost of unemployment, the armies of the jobless.
This is why I regard this event as symbolic: we do not hide the wounds, on the contrary, we lay them open, we highlight them with Gert HofÕs blinding architecture of light. And my music, primarily aimed at humanity itself, shelters the spark of a great hope. This frozen era, shaped by enormous human efforts, these prehistoric vehicles, steely monsters, are showered with light Ð and lit up, traced by this light, from which the music, the hope wells up: a song of human confidence.
Also, I very much welcomed this second chance to work with Gert Hof, whose art I admire and whom I appreciate very much.

© Mikis Theodorakis, 2000


In the EXPO summer of 2000 the district of Saxony-Anhalt introduced new venues with a unique ambience, created in the world exposition's official correspondence region in the city triangle of Dessau-Wittenberg-Bitterfeld/Wolfen. During the past years the people in this region undertook great efforts to change and shape the noticable global structural change through their own creative solutions. One of the most extraordinary results is Ferropolis - the City of Steel. With a stage made up of five giant brown coal diggers this is a fascinating arena for concert and theatre.
This exploited industrial landscape has been transformed into a seminal cultural location unrivalled in Germany. For us it was an unexpected fortune to feature Mikis Theodorakis' music Gert Hof's light art here on July 16th, 2000.
Only a few days before Theodorakis' 75th birthday they staged their Fire Music. Fascinated by the original, archaic technology they sensed the contradiction inherent in situation and location. On one hand the coal-mining, source of income and livelihood, on the other the gaping wounds inflicted on nature.
On this summer night Theodorakis music and Gert Hof's light art came from the heart and touched our hearts.
In this spirit: Thank you Mikis! Thank you Gert Hof! And See you Again in Ferropolis!

Dr. Reinhard Hoeppner, Minister President of Saxony-Anhalt, 15.10.2000


Als ich die Landschaft von Ferropolis gesehen habe, musste ich unweigerlich an zweierlei denken: erstens an die gewaltigen Anstrengungen jener Menschen, die früher an diesem Ort gearbeitet haben. Natürlich ist der Anblick, der sich jetzt bietet, lediglich der einer kahlen Landschaft. Trotzdem kann man sich leicht die Tausenden von Menschen vorstellen, die jene riesigen Maschinen bedient haben und dort arbeiteten. Das zweite, worüber ich nachdachte, sind die in der Erde klaffenden Wunden, die allmählich vernarben. Über diesen Narben ragen die Monster der Vergangenheit auf, die anmuten wie prähistorische Ungeheuer. Es kam mir so vor, als wären diese Ungeheuer, als wäre die Geschichte selbst zu Eis erstarrt. Mir gefiel die Vorstellung, dass das Ferropolis-Konzert im Herzen Europas stattfinden würde, in Deutschland, das von den riesigen Widersprüchen unserer Epoche zerrissen wird: auf der einen Seite der gewaltige ökonomische und technologische Fortschritt, auf der anderen Seite das Gespenst Arbeitslosigkeit.
Deshalb sehe ich diese Veranstaltung als einen symbolischen Akt an: Die Wunden werden nicht verborgen, sondern – im Gegenteil – wir legen sie offen, erhellen sie mit Hilfe der blendenden Lichtarchitektur von Gert Hof. Und meine Musik, die sich im Wesentlichen an den Menschen an sich wendet, birgt den Funken einer großen Hoffnung. Die zu Eis erstarrte Epoche, geprägt von den gewaltigen menschlichen Anstrengungen, die prähistorischen Vehikel, stählernen Ungeheuer werden in Licht getaucht – und beleuchtet, nachgezeichnet von diesem Licht, aus dem die Musik, die Hoffnung dringt: das Lied von der Zuversicht des Menschen.

Mikis Theodorakis


Sachsen-Anhalt präsentierte im EXPO-Sommer 2000 neue Veranstaltungsorte mit einem einzigartigen Ambiente. Sie entstanden in der offiziellen Korrespondenzregion der Weltausstellung in Hannover im Städtedreieck Dessau-Wittenberg-Bitterfeld/Wolfen.
Die Menschen dieser Region haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um den auch hier spürbaren globalen Strukturwandel durch phantasievolle Lösungen selbst zu gestalten. Zu den herausragenden Ergebnissen zählt Ferropolis - die Stadt aus Eisen. Fünf gigantische Braunkohlebagger wurden zur Bühne, zur faszinierenden Arena für Konzert und Theater.
Eine geschundene Industrielandschaft hat sich in einen zukunftsträchtigen Kulturstandort verwandelt, wie er anderswo in Deutschland nicht zu finden ist.
Für uns alle war es ein kaum faßbares Glück, daß wir an diesem Ort die Musik von Mikis Theodorakis und die Lichtkunst von Gert Hof am 16.Juli 2000 erleben durften. Wenige Tage vor Theodorakis’ 75. Geburtstag schenkten sie uns ihre “Feuermusik”.
Fasziniert von der urwüchsigen Technik, erspürten sie die Widersprüchlichkeit der Situation und des Ortes. Der Abbau der Kohle, der den Menschen Lohn und Brot brachte, auf der einen Seite, und die der Natur beigebrachten klaffenden Wunden auf der anderen Seite.
Theodorakis’ Musik und Gert Hofs Lichtkunst kamen an diesem Sommerabend von Herzen und erreichten unsere Herzen.
Von jeher hat mich die Musik von Mikis Theodorakis begeistert und verzaubert. Und dabei denke ich nicht nur an “Alexis Sorbas”. Es sind auch die von ihm gelebten ethischen und politischen Werte, die ihm große Sympathien gebracht haben.
In diesem Sinne: Danke Mikis! Danke Gert Hof! Und “Auf Wiedersehen” in Ferropolis!

Dr. Reinhard Höppner, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, 2000


Ferropolis, Gert Hof und Mikis Theodorakis: Etwas Besseres konnte nicht passieren. Die Stadt aus Eisen, diese kleine Insel inmitten einer von riesigen Baggern aufgewühlten Landschaft, entsprach vollkommen den ästhetischen und philosophischen Befindlichkeiten von Theodorakis und Hof.
Gert wurde – seit unserem ersten Besuch vor Ort – von Ferropolis regelrecht absorbiert; es war wie eine Sucht, die ihn immer wieder dorthin trieb, um den Event vorzubereiten. Er hatte etwas gefunden, was bei den anderen Events nicht eingetreten war: Er fühlte sich zuhause. Verrostete Stahlungetüme, allgegenwärtige Spuren harter menschlicher Arbeit, die ostdeutsche Geschichte des Ortes, eine über allem hängende Melancholie, flirrende Verlassenheit – Landschaft, Musik und Licht wurden im Juli 2000 auf einzigartige Weise eins.

Asteris Kutulas, 2003


Es war ein wunderbarer Anblick, nach so vielen Jahren des Herumwatens in schlammigen Stiefeln zu sehen, wie Ferropolis zum Leben erwacht! Mit 15.000 Menschen im Auditorium, die aßen und tranken, der bewegenden und herrlichen Musik von Mikis Theodorakis zuhörten sowie das phantastische Licht- und Feuerwerkspektakel Gert Hofs bewunderten, das auf den umliegenden „Gebäuden“ der Stadt aus Eisen installiert war! Im Millenniumsjahr, Angelpunkt für die Zukunft, wurde Ferropolis endlich zu einer wahrhaft lebendigen Stadt!

© Jonathan Park, 2001


PRESSE-KRITIKEN ZUM FERROPOLIS-EVENT

Grandioses Spektakel aus Licht, Feuer und Musik eröffnete Ferropolis
THEODORAKIS’ “FEUERMUSIK” TAUCHTE STAHLSKULPTUR IN LICHT UND FEUER

Der griechische Komponist, der mit seiner Musik zum Film “Alexis Sorbas” weltberühmt wurde, sieht die Eröffnung der Baggerstadt als symbolischen Akt. Für einen Abend gab der 74-jährige, gemeinsam mit dem Lichtarchitekten Gert Hof, der “Stadt aus Eisen” das pulsierende Leben zurück und schuf neue Hoffnung, die für das Areal zukunftsweisend sein soll.
Etwa 8000 Zuschauer erlebten am Sonntagabend das Galakonzert “Aufbruch aus Licht und Feuer”. Mit Werken, die Theodorakis eigens für Ferropolis schuf und auch selbst dirigierte. Das Werk des Lichtarchitekten und Regisseurs Gert Hof fand in der “Feuermusik” seinen Höhepunkt: 150 Starklichtscheinwerfer, 550 Speziallampen und 2000 Lichtsysteme untermalten das gigantische Feuerwerk. “Einen Aufbruch stellte ich mir vor, aus Licht und Feuer für die Menschen und für Ferropolis. Ein Zeichen, das der Stadt aus Eisen ein Gesicht, eine Hoffnung und eine Zukunft gibt”, so der Regisseur. Mit ihrem Zusammenwirken in der “Feuermusik” schufen Theodorakis und Hof eine Atmosphäre, die die Baggerstadt einzigartig farbig, fröhlich und eindrucksvoll erscheinen lässt. Die Ausläufer dieses Lichtspektakels sollen 70 Kilometer weit, bis nach Dresden und Berlin, zu sehen gewesen sein.

Leipziger Volkszeitung, 18.07.2000, Helke Heinrich


“Ferropolis” mit Musik von Mikis Theodorakis und Lichtkunst von Gert Hof LICHT, FEUER UND NEUE HOFFNUNG

“ Ferropolis” ist eröffnet. Mit einem Spektakel aus Licht, Feuer und Musik erlebte die aus fünf ehemaligen Tagebaubaggern bestehende Stadt aus Eisen einen “Aufbruch aus Licht und Feuer”. Der griechische Komponist Mikis Theodorakis dirigierte am Sonntagabend vor 8000 Zuschauern ein Galakonzert unter der Regie des Lichtkünstlers Gert Hof. Ferropolis. Selbst der Mond hatte sich dezent zurückgezogen. Hinter einer Wolke verharrend, überließ er den Nachthimmel den licht- und feuerspeienden Stahlkolossen der eisernen Stadt Ferropolis.
Der Lichtkünstler Gert Hof zelebrierte zur Musik von Mikis Theodorakis den “ Aufbruch aus Licht und Feuer” – und eine Region war auf den Beinen. Etwa 8000 Menschen verfolgten das Ereignis – entweder in der Arena zwischen den riesigen Baggern oder aus der Ferne. Hunderte saßen mit Picknickkörben und Thermosflaschen am Rand des früheren Tagesbaulochs. Dirigiert wurde das Spektakel von dem griechischen Komponisten Mikis Theodorakis, der mit seiner Musik zum Film “Alexis Sorbas” ebenso Weltruhm erlangte wie mit sinfonischen Werken wie “Canto General”. Die Theodorakis-Stücke waren für das Konzert in Ferropolis neu arrangiert worden. Vorgetragen wurden sie von der Sängerin Maria Farantouri, der “Stimme Griechenlands”, und ihrer Band sowie dem Festspielorchester “Schloss Werneck”.
Es war 23 Uhr, als mit einer Explosion die Dunkelheit über die Arena hereinbrach. Nach der Feuerwerksmusik von Theodorakis schob sich ein künstlicher Mond am Himmel empor, Scheinwerfer schufen ein Dach über der Arena. Es folgte 15 beeindruckende Minuten. In den rostigen Giganten schien das Leben zu erwachen, die Schaufelräder zu quietschen. Ein letztes Aufzucken, eine letzte Erinnerung an Tage des Wühlens. Musik, Licht und Feuerwerk verschmolzen.
Der 74-jährige Theodorakis wollte das Konzert in Ferropolis als symbolischen Akt verstanden wissen. Die Wunden der Vergangenheit sollten nicht verdeckt, sondern offen gelegt, mit der Lichtkunst von Hof erhellt werden. Den “Standort verteidigen, die Elemente der Erde darstellen”, formulierte Gert Hof sein Ziel. Gelungen ist es ihnen – Hof und Theodorakis. Einen “Glücksumstand” nennt der Komponist die Zusammenarbeit mit dem Lichtkünstler. Die Feuermusik als ein Zeichen, das Ferropolis ein Gesicht und der Region Hoffnung auf eine Zukunft gibt. Und die braucht die Region. Mikis Theodorakis und Gert Hof haben Träume geweckt.

Magdeburger Volksstimme, 18.7.2000, Mathias Kasuptke


DIE ZEIT DER BAGGER IST VORBEI
Eine Stadt als Spielplatz in Sachsen-Anhalt: Ferropolis, die größte Stahlskulptur der Welt

Vor dem Ende flammt in den düsteren Stahlriesen noch einmal das Leben auf. Brandrot züngeln die Flammen aus den Butzenfenstern der Kommandobrücken. Von den langen, feingliedrigen Armen der Bagger regnen gießende Funken hinab. So kennt man es von totgeweihten Gestalten: Bevor der Tod eintritt, bäumen sie sich noch einmal auf. Für einen Moment kehrt die Jugend zurück. Sie zeigen ein letztes Mal, was sie können. Zumindest will es so scheinen. Hier ist es, als könnten die fünf Bagger sich noch einmal auf den Weg machen. Noch einmal ihre Greifer ausfahren und sie in den Boden rammen, um ihn auszubeuten, wie sie es immer taten. Drei, vier Minuten blitzt das Licht noch auf, in immer kürzeren Abständen. Dann explodieren die letzten Böller. Es ist vorbei. Die fünf familienhausgroßen und fußballplatzlangen Bagger aus dem Braunkohletagebau sind für immer still. Dinosaurier aus der vorletzten Epoche. Sie sind nur noch Kulisse, als solche aber einzigartig. Der Bühnendesigner Jonathan Park hat ihnen wie Comic-Helden Namen gegeben: “Big Wheel”, “Mad Max” oder “Gemini”. Park hat die alten Bagger inmitten einer ausgekohlten Tagebaulandschaft in Golpa Nord im Süden Sachsen-Anhalts zur größten Stahlskulptur der Welt zusammengestellt, als “Ferropolis”, die Stadt aus Eisen. 15 Minuten sind ein Tag. In der Nacht zum Montag ist die Kulisse mit einem Konzert von Mikis Theodorakis und einer Lichtinszenierung eröffnet worden. Das Feuerwerk hat Gert Hof inszeniert, Produzent monumentaler Musikvideos und Licht-Events.

Süddeutsche Zeitung, 18.7.2000, Jens Schneider


Spektakuläres Feuerwerk zur Musik von Mikis Theodorakis
“AUFBRUCH AUS LICHT UND FEUER” LÄSST FERROPOLIS IN FLAMMEN STEHEN

Mit einem spektakulären Feuerwerk aus Licht und Musik weiht die Sachsen-anhaltische Expo-Korrespondenzregion am 16. Juli ihren Beitrag zur Weltausstellung ein. “Ferropolis”, die “Stadt aus Eisen”. Zur Musik von Mikis Theodorakis führt Gert Hof Regie bei einem gigantischen Lichtereignis.
Ferropolis. “Fleurop am Himmel” macht er nicht, sagt Gert Hof. Dieses ein-paar-Raketen-aufstellen-und-einfach-in-den-Himmel-schießen. Beileibe nicht. Gert Hofs Werke sind Kunst, sind Lichtarchitektur. Wo sein Name im Spiel ist, wird längst von “Mega-Events” gesprochen. Zum Beispiel bei den Millenniums-Inszenierungen an der Berliner Siegessäule und zeitgleich auf der Athener Akropolis oder demnächst zur Eröffnung der Olympischen Spiele in Sydney. Oder am 16. Juli in Ferropolis. In der Regie von Gert Hof und mit einem von ihm gestalteten spektakulären Feuerwerk zu der Musik von Mikis Theodorakis wird die “Stadt aus Eisen” offiziell eröffnet. Sie ist ein Beitrag der Sachsen-anhaltischen Expo-Korrespondenzregion zur Weltausstellung in Hannover.
“Dieser Ort ist mir sehr nah”, erklärt der Künstler seine Faszination für das Areal im einstigen Braunkohlebau Colpa-Nord bei Gräfenhainichen. “Von der anderen Expo interessiert mich sehr wenig.” Auch in Hannover hätte Gert Hof seine Handschrift hinterlassen können. 14 Tage vor der Eröffnung fragten die Verantwortlichen an. Nein, Ferropolis sollte es sein. “Hier ist der Osten und ich komme aus dem Osten”, gibt er eine weitere Begründung. “Musik ist für mich die Mutter von allem. Dann kommt die Architektur und dann alles andere”, sagt der Wahl-Berliner und hat kein Probleme mit einer Linie von Rammstein zu Mikis Theodorakis. Mit dem großen griechischen Komponisten (unter anderem Musik zum Film “Alexis Sorbas”) hat er 1998 erstmals zusammengearbeitet. Zuletzt zum Jahreswechsel auf der Akropolis. Nun kommt auch Theodorakis, der eigentlich kaum mehr auf die Bühne geht, nach Ferropolis. Er wird dort eigene Werke und die eigens für die Eröffnungsgala entstandene “Feuermusik” dirigieren. Seit etwa einem Jahr arbeitet Gert Hof an dem Projekt. “Am Anfang ist immer die Faszination und dann beginnt eine sehr schwere, aber auch sehr schöne Arbeit”. Oder auch so: Da sei die Landschaft, die Musik “und dann beginnt es”. Was beginnt, ist das Schreiben einer ausgefeilten Partitur. Was den Unterschied zum “Fleurop am Himmel” ausmacht, ist, dass Licht und Feuer bei Gert Hof punktgenau auf die Sekunde, auf die Position zu den Takten der Musik stimmen müssen. Darum ist nicht nur die Programmierung der Partitur die “schlimmste Arbeit”. Jene Operators, die dies mit Gert Hof tun und die am Abend der Umsetzung des Lichtspektakels an den Knöpfen sitzen, “müssen musikalisch sehr geschult sein”. Mikis Theodorakis’ Musik für Ferropolis hat Gert Hof vor etwa einem Vierteljahr erstmals gehört. Gemeinsam haben beide die Zusammenstellung ausgesucht. “Denn nicht jede Musik eignet sich”, so der Licht-“Macher”.

Magdeburger Volksstimme, 12.7.2000, Antje Rohm


EISEN, FEUER, FUNKENFLUG
Gert Hof und Mikis Theodorakis weihen Stahlstadt “Ferropolis” ein

Zum Auftakt hatte man den Lichtdesigner Gert Hof gewonnen, dessen spektakuläre Inszenierungen immer wieder für Aufregung sorgen. Zuletzt hatte sein Idee, die Millenniumsfeier an der Berliner Siegessäule mit einer Lichtkathedrale zu krönen, heftige Diskussionen ausgelöst. Denn die in den Nachthimmel gerichtete Scheinwerfer-Batterien erinnerten stark an den von Albert Speer konzipierten Lichtdom, mit dem dieser unter anderem den Nürnberger Reichsparteitag illuminiert hatte. Hof inszenierte die als “Aufbruch” betitelte Einweihung der Anlage als Heilungsakt “einer kranken Landschaft”. Und es wurde ihm vergönnt. Später dankte ihm der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt dafür, dass er der geschändeten Gegend “wieder ein Leben geschenkt habe”.

Tagesspiegel, 19.7.2000, Kai Müller


GRÖSSTE STAHLSKULPTUR ERWACHT
Spektakuläre Show aus Licht und Musik am Sonntag in der Eisenstadt

Der bekannte Lichtarchitekt Gert Hof setzt dem Ganzen mit einer gigantischen Show die Krone auf. Ferropolis, die größte Stahlskulptur der Welt, wird eingetaucht in Feuer und Licht. 15 Minuten lang soll in 500 Meter Höhe ein besonderes Feuerwerk leuchten. Hof dazu: “Fleurop am Himmel, “das lehne ich ab”. Seit über einem Jahr arbeitet er an diesem Ferropolis-Projekt. Für die Lichtshow am Boden werden in diesen Tagen 550 Speziallampen, 2000 Lichtsysteme sowie 150 Edelgas-Scheinwerfer installiert, das Licht wird 70 Kilometer im Umkreis zu sehen sein. Der Flugverkehr im Luftraum Ferropolis muss für die Zeit der Veranstaltung eingestellt werden.

Mitteldeutsche Zeitung, 13.7.2000, Christine Krüger


DANKESCHÖN FÜR DIESES WUNDER!

Ein gigantisches Spektakel aus Licht, Feuer und Musik - das gab’s zur offiziellen Eröffnung der Baggerstadt “Ferropolis”. Das Kulturprojekt der Expo liegt auf dem früheren Braunkohletagebau-Gelände Golpa-Nord (Landkreis Wittenberg). Zum Galakonzert kam der griechische Komponist Mikis Theodorakis (74, Filmmusik zu “Alexis Sorbas”), dirigierte vor 8000 Zuschauern. Begeisterter Zuhörer: Reinhard Höppner (51, SPD). Der MP bedankte sich bei Theodorakis und Hof, schwärmte: “Die Show hat die offizielle Eröffnung der Expo in Hannover in den Schatten gestellt”.

Bild, 18.7.2000


Eröffnungs-Gala in Ferropolis
BAGGER IM FEUERREGEN
Mikis Theodorakis und Gert Hof weihten Sachsen-Anhalts Expo-Großprojekt ein

... Einer, der solche Bedingungen sucht und beherrscht, stand währenddessen am Rande des Geschehens und beobachtete die Möwen über der Arena. Erst als der respektvoll bejubelte Theodorakis und seine kongeniale Interpretin die Bühne verlassen hatten, trat Gert Hof in Aktion, um mit seiner “Feuermusik” definitive Maßstäbe für Ferropolis zu setzen. Und als einige akustische Schwierigkeiten behoben waren, korrigierte er nebenbei auch die eigentümlich gedämpfte Stimmung, die von seinen Vorgängern erzeugt worden war. Nachdem nämlich hinter dem zentralen Bagger-Massiv ein künstlicher Mond in den Nachthimmel gestiegen war, tanzten auf den Auslegern, Podesten und Brücken der Kolosse nicht nur strahlende Scheinwerfer-Batterien im Takt der Theodorakis-Melodien. Über Flammen und Seenot-Zeichen erhob sich zudem einer jener Lichtdome, die Hof zuletzt zu seiner Berliner Siegessäulen-Aktion in der Silvesternacht den Vorwurf einer pro-faschistischen Ästhetik und damit bundesweite Feuilleton-Debatten eingetragen hatten. Doch wer nun sah, wie souverän und musikalisch der Regisseur selbst dieses Bild ironisierte, indem er mit Raketen-Regen und Flitter-Gewitter leichtsinnige Elemente in die monumentale Wucht mischte, musste seinen ideologischen Verdacht zumindest für den Moment begraben. Hier war ein Lichtkünstler am Werk, der die Aura des Ortes und den Charakter der Musik zum magischen Moment verschmolz und endlich auch die einzigartige Maschinen-Ästhetik zu ihrem Recht kommen ließ.

Mitteldeutsche Zeitung, 18.7.2000, Andreas Hillger


LICHT-MAGIER VEZAUBERTE 8000 ZUSCHAUER

Es werde Licht ... Millionen Watt und ein Lichtzauberer steckten den Himmel über Ferropolis in Brand. Der Höhepunkt des Konzertes “Aufbruch aus Licht und Feuer”. So setzte Regisseur Gert Hof (47) die Musik von Mikis Theodorakis (74) ins rechte Licht “und verzauberte mehr als 8000 Zuschauer.

Jeder Funke war genau auf die Musik (u.a. aus “Alexis Sorbas”) abgestimmt. Hof hatte wegen der Vorbereitung sechs Nächte nicht geschlafen: “Ich schreibe für meine Inszenierungen genaue Partituren. Muss auch die Schatten exakt berechnen.”

Und der Flammen-Magier wird zurückkehren nach Golpa-Nord. “Die Tagebaulandschaft mit den alten Baggern erinnert mich an alte Instrumente auf einem Seziertisch. Faszinierend, ihnen zu neuem Leben zu verhelfen.”

Bild, 18.7.2000, Barbara Kolmann


WELTEREIGNIS IN EISERNER STADT
Mikis Theodorakis: Wir werden Wunden offen legen

Und so kam es zum Sinneswandel: Regisseur und Lichtarchitekt Gert Hof (47, u.a. Lichtregie bei Rammstein-Konzerten) begeisterte Theodorakis (kennen sich seit 1998, u.a. gemeinsames Konzert zum Millenniums-Silvester auf der Akropolis in Athen mit 2,3 Mio. Zuschauern) für die “Stadt aus Eisen”. Im letzten Sommer sah sich der Grieche Ferropolis an. Sein Eindruck: “Es kam mir vor, als wären diese stählernen Ungeheuer zu Eis erstarrt.” Er war betroffen, begeistert und sagte zu. Mikis Theodorakis: “Wir werden die Wunden, die diese Maschinen gerissen haben, nicht verbergen, wir legen sie offen. Mit der Lichttechnik von Gert Hof und meiner Musik.”

Bild, 29.6.2000, Karin Wolf


EIN KONZERTEREIGNIS MIT FEUER UND GÄNSEHAUT

Noch während der ersten Lieder strömten Hunderte von Besuchern in das Rund im Schatten der fünf riesigen Kohlebagger. Unter den Zuschauern MP Reinhard Höppner, seine Minister und Oppositionschef Christoph Bergner. Dann leuchtete der Himmel über Ferroplis: “Die Feuermusik”. Dutzende Scheinwerfer, 2000 Lampen und ein 15-minütiges Feuerwerk, arrangiert von Lichtkünstler Gert Hof (47). Musikalisch begleitet u.a. von Motiven aus der Filmmusik zu “Alexis Sorbas”. Canto General, die Musik, das Licht, die Stimmung – Gänsehaut und stumme Begeisterung ... Extra angereist! Jonathan Park, Bühnendesigner der Rolling Stones und “Architekt” von Ferropolis: “So viel Lichttechnik habe ich nicht einmal beim Stones-Konzert gesehen.”

Bild, 17.7.2000, Karin Wolf und Stefan Ulmen


AUFERSTANDEN AUS ROST-RUINEN
Spektakel aus Feuer und Klang: 8000 Besucher weihten Ferropolis mit Theodorakis, Farantouri und Hof ein

So etwas nennt man Besuchermagnet: Mit magischer Kraft zieht die “Stadt aus Eisen” am Abend ihrer Einweihung Blechlawinen aus allen Himmelsrichtungen an. Stau vor Ferropolis bei Gräfenhainichen.
Zu Theodorakis aus der Konserve inszeniert Feuerwerks-Künstler Gert Hof Ferropolis unter einem gigantischen Scheinwerfer-Lichtdom als brennendes Atlantis, funkelnden UFO-Flughafen und vernebelte Rost-Ruine.

Leipziger Volkszeitung, 18.7.2000, Peter Krutsch


KULTUR STATT BRAUNKOHLE
“Ferropolis” lockt Publikum an den Rand eines Tagebaus

Eine Arena ist das für alle, die viel Raum fordern und ertragen. Einer, der solche Bedingungen sucht und beherrscht, ist Gert Hof, der mit seiner “Feuermusik” Maßstäbe für Ferropolis setzte. Hier war ein Lichtkünstler am Werk, der die Aura des Ortes und den Charakter der Musik zum magischen Moment verschmolz und endlich auch die einzigartige Maschinen-Ästhetik zu ihrem Recht kommen ließ.

Kölner Stadt-Anzeiger, 20.7.2000, Andreas Hillger


MUSIK UND FEUERZAUBER IN DER EISERNEN STADT
8000 Besucher zwischen Tagebau-Giganten

Die Töne, Lieder und farbigen Bilder des Abends werden bleiben. Was sich am Sonntag zwischen den trägen Tagebauriesen in Ferropolis abspielte, war eine Sinfonie für die Seele. Besser hätte die offizielle Eröffnung der eisernen Stadt durch die Expo nicht ausfallen können. Und mit dem “Aufbruch aus Licht und Feuer” unter der Regie von Gert Hof wurde eine große Hoffnung verkündigt: dass an dieser Stelle noch vieles geschehen möge, was Ferropolis zu einer Stadt Kultur machen könnte.

Mitteldeutsche Zeitung Halle, 18.7.2000